„Das spannendste Bundesligafinale aller Zeiten“, so die Bezeichnung der Presse, war am 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga schon nach sechs Minuten erledigt. Da traf Wolfsburgs Misimovic zum 1:0 gegen Werder Bremen. Der Rest war Schaulaufen. Wolfsburg fuhr einen sicheren 5:1-Sieg ein und sicherte sich so die erste Deutsche Meisterschaft seiner Vereinsgeschichte.
Auch wenn der VfL außerhalb Wolfsburgs nicht viele Freunde hat, die Meisterschaft ist verdient. Dass es ein Club von Platz 9 nur Winterpause noch auf Rang 1 schafft, hat es in der Bundesligageschichte noch nicht gegeben. Sage und schreibe elf Punkte haben die Wölfe auf den Zweiten Bayern München gutgemacht. Das Sturmduo Grafite und Dzeko (28 und 26 Tore) ist das erfolgreichste überhaupt und überflügelte damit die Legenden Gerd Müller und Uli Hoeneß.
Der 33. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist Vergangenheit. Noch ein letzter bleibt. Noch einmal 90 Minuten. Dann teilt sich die Liga in Gewinner und Verlierer. Nach dem 33. Spieltag sind klare Trends erkennbar. So geht es nächsten Samtag aus – Prognosen:
Wolfsburg wird Meister
Ich sage es ganz ehrlich: Ich hatte mit dem Absturz der Wölfe gerechnet. Nach den Querelen um Magath und Schalke dachte ich, den Wolfsburgern geht die Luft aus. Doch diese geballte Offensivpower von Grafite und Dzeko beeindruckt. Zwei Stürmer aus einem Verein an der Spitze der Torjägerliste, mit 26 und 25 Toren, hat es noch nie gegeben. Hannover wurde empfindlich geschlagen. Man darf nicht vergessen, Hannover hätte liebend gerne dem VfL im Nachbarschaftsduell die Meisterschaft verdorben. Wer will schon, dass der direkte Rivale die Meisterschaft holt?
Der 32. Spieltag der Fußball-Bundesliga hat die Spannung vor den letzten beiden Spieltagen und den Entscheidungen in Meisterschaft und Abstiegskampf nur noch erhöht.
An der Spitze gewannen alle vier Meisterkandidaten Wolfsburg, München, Berlin und Stuttgart. Der HSV als Fünfter verschaffte sich einen kleinen Vorsprung vor Europapokalkonkurrent Dortmund. Am Tabellenende verloren fünf von sechs Abstiegskandidaten, doch nur für den Karlsruher SC ist wohl jede Hoffnung verloren.
Fußball ist immer auch Psychologie. Zum Leitwesen von Wolfsburg, Hamburg und Mario Gomez
Von Stefan Reichart
Noch ist es nicht soweit, der VfL Wolfsburg steht auch nach dem 31. Spieltag an der Spitze der Tabelle der Fußball-Bundesliga. Doch die Anzeichen mehren sich, dass der Absturz kommt. 1:4 in Stuttgart verlor der VfL und damit das sichere Punktepolster auf die Verfolger. Zum siebten Mal in Folge konnte die gleiche Startelf ins Rennen geschickt werden, doch diesmal versagten die Spieler, die zuvor noch von Sieg zu Sieg geeilt waren. Ich behaupte: Zu verantworten hat dies Felix Magath.
Man sollte ja meinen, vier Spieltage vor Saisonende würden sich die Mannschaften der Fußball-Bundesliga voll auf das Erreichen ihrer Ziele, auf Titelentscheidung und Abstiegskampf konzentrieren. Doch weit gefehlt. Stattdessen wird ein munteres „Trainerwechseldich“-Spiel angezettelt. Spielorte sind Wolfsburg, München, Hoffenheim und Schalke. Mutmaßungen und Hypothesen sind die Gesprächsthemen, fußballerische Fakten und Ergebnisse stehen im Hintergrund.
Beispiel Wolfsburg: Der VfL steht souverän auf Tabellenplatz 1. Die erste Meisterschaft in der Vereinsgeschichte ist greifbar. Herbstmeister Hoffenheim wurde gerade 4:0 weggehauen. Immer mehr Verfolger verlieren an Boden (Berlin, Stuttgart, Hamburg). Und der Trainer Felix Magath? Streitet im Hintergrund um noch mehr Geld und noch mehr Einfluss, bereitet heimlich seinen Abschied Richtung Schalke vor, nährt so Spekulationen und steht in Wolfsburg vor dem Rausschmiss. Auch Schalke zeigt sich ob der Trainerdiskussion nicht beflügelt und verliert das Heimspiel gegen Leverkusen 1:2.
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