Von Mark Theisen
Die Bundesliga zieht sich in den Winterschlaf zurück. Zeit für einen Rückblick auf die erste Saisonhälfte.
Bayer Leverkusen kürt sich mit einem hart umkämpften 3:2 gegen Mönchengladbach zur Herbstmeisterschaft und ist somit um einen hypothetischen Titel reicher. Despektierlich von gegnerischen Fans als Vizekusen verschrien, da Leverkusen immer beim Griff nach Trophäen versagt, gibt es aber gute Gründe, warum in der zweiten Saisonhälfte der jetzige Höhenflug andauern könnte: ein Trainer, der Gelassenheit gelernt hat (Heynckes), eine Mannschaft, die Selbstvertrauen hat und die Rückkehr von Rekonvaleszenten (Renato Augusto, Simon Rolfes, Patrick Helmes), die die Qualität der Mannschaft weiter erhöhen werden.
Leverkusen ist erst die dritte Mannschaft in der Bundesligageschichte, die eine Hinrunde ohne Niederlage beendet. Nur 13 Gegentore und 35 erzielte Tore –Ligabestwerte.
Das Erfolgsgeheimnis der Rheinländer sind die Schlüsselspieler Hyppia, Kroos und Kießling. In der Defensive hat Hyppia die nötige Stabilität gebracht. Im Mittelfeld zieht das Deutsche „Supertalent“ Toni Kroos die Fäden. Er kam in allen Spielen zum Einsatz. Die Leihgabe aus München erzielte sechs Tore und bereitete weitere vier vor. Im Angriff hat das Duo Kießling-Derdiyok gut harmoniert. Besonders Stefan Kießling, mit 12 Toren Toptorjäger der Bundesliga, hat sich vorgenommen, Bundestrainer Joachim Löw von seinen Qualitäten zu überzeugen und mit zur WM 2010 zu fahren.
Tops
Schalke hat alle Erwartungen übertroffen und überwintert auf dem zweiten Tabellenplatz. Trainer Felix Magath ist ein kleines Wunder gelungen. Aus unbekannten jungen Spielern und etablierten erfahrenen hat er ein schlagkräftiges Team geschmiedet.
Borussia Dortmund ließ sich nicht vom einhundertjährigen Vereinsjubiläum ablenken und gewann am Wochenende gegen Freiburg 1:0. Das Team um Trainer Jürgen Klopp belohnte sich damit selbst und freut sich über den fünften Tabellenplatz.
Borussia Mönchengladbach hat ansehnlichen Fußball gezeigt. Vor allem Neuzugang Arango sowie Youngster und Publikumsliebling Reuss konnten überzeugen. Gladbach war zudem an einem der besten Bundesligaspiele der Hinrunde beteiligt – dem 3:3 gegen Bochum.
Flops
Hertha BSC Berlin. 17 Spiele. 13 Niederlagen. 6 Punkte. Den Hauptstädtern hat der Trainerwechsel von Lucien Favre zu Friedhelm Funkel bislang nicht geholfen. Letzte Saison respektabler Vierter – der spektakuläre Absturz ist schwer zu erklären.
Stuttgart hat ebenso einen Trainerwechsel vollzogen und steht nur Dank der besseren Tordifferenz nicht auf einem Abstiegsplatz. Die Schwaben werden eine schwierige Aufgabe in der Rückrunde zu meistern haben und müssen sich zudem in der Champions League vor einer Tracht Prügel durch den amtierenden Titelträger FC Barcelona fürchten.
Wie ist Ihre Meinung zur Bundesligahinrunde oder zu Bayer Leverkusen? Schreiben Sie uns einen Kommentar in unseren Blog unter http://blog.magazine-deutschland.de/
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Die Ergebnisse des 17. Spieltags im Überblick:
FC Schalke 04 - 1. FSV Mainz 05 1:0
Bayern München - Hertha BSC Berlin 5:2
Borussia Dortmund - SC Freiburg 1:0
Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach 3:2
Hannover 96 - VfL Bochum 2:3
Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg 2:2
VfB Stuttgart - 1899 Hoffenheim 3:1
Hamburger SV - Werder Bremen 2:1
1. FC Köln - 1. FC Nürnberg 3:0
Tabelle
1 Bayer Leverkusen 35
2 FC Schalke 04 34
3 Bayern München 33
4 Hamburger SV 31
5 Borussia Dortmund 30
6 Werder Bremen 28
7 1899 Hoffenheim 25
8 VfL Wolfsburg 24
9 1. FSV Mainz 05 24
10 Eintracht Frankfurt 24
11 Borussia Mönchengladbach 21
12 1. FC Köln 18
13 SC Freiburg 18
14 Hannover 96 17
15 VfB Stuttgart 16
16 VfL Bochum 16
17 1. FC Nürnberg 12
18 Hertha BSC 6
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Ich bin überhaupt kein Leverkusen-Fan und habe die eigentlich im Titelkampf nie wirklich ernst genommen, weil Leverkusen zwar immer schön offensiven Fussball spielt, aber ebenso fröhlich dauernd in entscheidenden Phasen einbricht. Die Philosophie des \"schönen\" und offensiven Fussballs wird wohl als Geschäftspolitik jedem Trainer vorgeschrieben, sonst kann ich mir diese Kontinuität nicht erklären. Aber ist ja auch gut! Leider bisher nicht erfolgreich…
Es benötigt wohl eines außergewöhnlichen Trainers, um Erfolge zu erzielen. Christoph Daum war ganz nah dran, viele andere immer nur wenige Monate erfolgreich. Mit Heynckes ist meiner Meinung nach jemand in der Verantwortung, der es schaffen kann. Der Hauptgrund: Heynckes braucht niemanden mehr etwas beweisen, er kann es und hat Spaß an dieser Truppe, er nimmt den Druck irgendwie weg. Wenn es nicht klappt ist es (zumindest für ihn) egal, und er bündelt im Zweifelsfall die Medien.
Ich denke er wird dieses Jahr tatsächlich mit Leverkusen Meister und bis vor kurzem hätte ich noch gesagt die Bayern beißen sich deswegen in den XXsonstwasXX, aber mitlerweile fressen die ja das Fleisch wieder auf internationalem Parkett…
Kommentar: Thomas Debusmann – 06. Januar 2010 @ 03:52